Keller oder Bodenplatte – Entscheidungshilfen

structures-558447_640Wer eine eigene Immobilie errichten möchte, steht zwangsläufig vor der Frage, ob zum Haus ein Keller gehören soll oder ob eine Bodenplatte ausreicht. In diesem Fall muss natürlich für zusätzlichen Stauraum gesorgt werden. Wir möchten Ihnen die Entscheidung zwischen Keller und Bodenplatte mit einigen wichtigen Informationen erleichtern.

Grundlegendes zu Bodenplatte und Keller

Natürlich geht der Aushub eines Kellers mit deutlich höheren Kosten als der Guss der Bodenplatte einher. So werden für die Errichtung eines Kellers durchschnittlich 50.000 Euro, für die Bodenplatte hingegen nur 20.000 Euro anfallen. Wer auf einen Keller verzichtet, muss aber beispielsweise für die Heizungsanlage, Gartenmöbel, Fahrräder, Spielgeräte der Kinder etc. für eine andere Unterstellmöglichkeit sorgen. Hierfür könnte beispielsweise eine Garage, ein Gartenhäuschen oder ein separater Schuppen genutzt werden. Für deren Errichtung entstehen zwangsläufig weitere Kosten.

Eine Bodenplatte ist innerhalb recht kurzer Zeit gegossen, der Aushub des Kellers und dessen Errichtung benötigt etwas länger. Hier kommt es unter anderem darauf an, ob der Keller außerhalb oder im Grundwasser liegt. Ist letzteres der Fall, muss wasserundurchlässiger Beton (WU-Beton) verwendet werden. Auch der Einbau wasserdichter Kellerfenster oder Lichtschächte ist dann zwingend notwendig. Wenn es die örtlichen Bauvorschriften erlauben, sollte der Keller etwas aus dem Erdreich herausragen, um so durch die Kellerfenster einen besseren Lichteinfall zu ermöglichen. Zugleich muss von Anfang an auf eine optimale Wärmedämmung der Kellerwände geachtet werden.

Was spricht für die Bodenplatte?

Zuerst einmal natürlich die wesentlich geringeren Kosten. Da es kein Kellergeschoss gibt, empfinden manche Menschen die Räume im Erdgeschoss als sehr kühl. Hier ist es deshalb sehr sinnvoll, eine Fußbodenheizung zu verlegen.

Natürlich schließen auch Keller mit einer Boden- bzw. Fundamentplatte ab, auf der dann das Gebäude errichtet wird.

Vor allem in Kellern älterer Häuser stellen Feuchtigkeits- und Wasserschäden, die nicht rechtzeitig instand gesetzt wurden, ein großes Problem dar. Mit einer Bodenplatte besteht dieses Problem in deutlich geringerem Maße.

Im Alter fällt es vielen Menschen schwer, Treppen zu bewältigen. Deshalb wird ein Keller dann wesentlich weniger genutzt und dient maximal als Stauraum, der später gegebenenfalls von den Nachkommen entrümpelt werden muss. Bei einer Bodenplatte besteht diese Gefahr nicht.

Wer in Hochwassergebieten wohnt, sollte sich unter Umständen gegen einen Keller und für die Errichtung einer Bodenplatte entscheiden.

Welche Vorteile bietet ein Keller?

Zuerst einmal wartet er mit zusätzlichen Räumlichkeiten auf, ohne dass dafür mehr Fläche verbraucht wird. Gerade in Städten mit hohen Grundstückspreisen ist das durchaus interessant.

Vielerorts wird im Keller die Heizungs- und Warmwasseranlage untergebracht. Zugleich dient er aber auch als Lagermöglichkeit für Heizölvorräte. Kellerräume können aber auch zum Trocknen der Wäsche, zum Abstellen der Fahrräder, als Standort der Tiefkühltruhe und als Abstellmöglichkeit für Spielgeräte der Kinder genutzt werden.

Wird das Gebäude an einem Hang errichtet, lässt sich im Keller eventuell eine Einliegerwohnung integrieren. Durch die so gewonnenen Mieteinnahmen amortisieren sich die zusätzlichen Kosten schnell.

Gebäude mit Keller erzielen höheren Wiederverkaufswert

Die Entscheidung für den Bau eines Hauses ist meist eine Lebensentscheidung. Kaum jemand denkt bei seiner Errichtung beispielsweise daran, dass das Gebäude später einmal einen anderen Besitzer haben wird. Dabei spielt aber genau dieser Aspekt eine wichtige Rolle bei der Entscheidung zwischen Bodenplatte und Keller. Denn Gebäude mit Keller erfreuen sich einer wesentlich größeren Nachfrage als Ein- oder Zweifamilienhäuser, die auf einer Bodenplatte errichtet wurden. Aufgrund der größeren Nachfrage erzielen Häuser, die zumindest teilunterkellert, besser aber noch vollunterkellert sind, einen wesentlich höheren Verkaufspreis. Bestenfalls weist der Keller dann auch keine Feuchtigkeitsschäden auf oder wurde vor dem Verkauf durch eine Fachfirma saniert.

Fazit

Wer es sich finanziell erlauben kann und in keinem hochwassergefährdeten Bereich oder direkt an der Ostsee- bzw. Nordseeküste lebt, sollte sich für einen Keller entscheiden. Natürlich bieten auch der Dachboden und die Garage zusätzlichen Stauraum, für die Errichtung der Garage und den Ausbau des Dachbodens fallen aber zusätzliche Kosten an.

Lassen Sie sich von Bauunternehmen sowohl Angebote für Häuser mit Keller als auch mit Bodenplatte als Alternative erstellen und vergleichen Sie die Optionen genau. Unter Umständen ist es hier auch sinnvoll, bei den Planungen und der Durchführung der Arbeiten einen unabhängigen örtlichen Bausachverständigen zurate zu ziehen und auf dessen Expertise zu vertrauen.

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