Holzständerbauweise – Infos, Vor- und Nachteile

home-1331633_1280Fertighäuser werden immer öfter in Holzständerbauweise errichtet. Was ist unter diesem Begriff zu verstehen und was zeichnet dieses Verfahren aus? Welche Vor- und Nachteile bringt diese Bauweise mit sich?

Holzständerbauweise – eine Begriffserklärung

Die Holzständerbauweise ist Teil der Skelettbauweise und wird bereits mehrere Jahrhunderte genutzt. Die ersten Aufzeichnungen über diese Bauweise datieren aus dem 14. Jahrhundert. Damals nutzte man sie für den Bau von Fachwerkhäusern, deren Gefache mit Lehm und Putz ausgefüllt waren. Der große Nachteil dieser Bauweise lag damals darin, dass das Holz schnell brannte. Zugleich waren diese Gebäude aber schneller errichtet und konnten bei Bedarf abgebaut und andernorts neu aufgestellt werden.

Mit der früheren Ständerbauweise hat die jetzt eingesetzte Holzständerbauweise, die auch als Holzrahmenbauweise bezeichnet wird, nicht mehr viel gemeinsam. Waren früher die Holzbalken die tragenden Elemente und die Raumgröße somit vorgegeben, sind die heute geplanten Häuser variabel errichtbar. Zugleich bilden die Ständer das tragende System des Gebäudes und reichen von der Schwelle bis zum Dach. Die einzelnen aufeinandertreffenden Teile, die meist aus Vollholz bestehen, werden vernagelt und verzapft.

In die Gefache werden Dämmmaterialien eingebracht, bevor die Anbringung der Bauplatten auf der Holzkonstruktion beginnt.

Unterschiede zwischen Massivbau und Holzständerbauweise

Bei der massiven Bauweise kommen einzelne Steine, Estrich, Mörtel sowie Beton zum Einsatz. Diese benötigen eine lange Trockenzeit. Bei einem in Holzständerbauweise errichteten Gebäude werden diese Materialien nicht benötigt, es sei denn, der Aushub eines Kellers ist vorgesehen. Dieser muss natürlich gemauert werden. Da die Bauteile für die Holzständerbauweise im Werk vorgefertigt werden, geht die Errichtung vor Ort schneller vonstatten als bei der massiven Bauweise.

Nachteile der Holzständerbauweise

Das eingesetzte Holz muss über einen Feuchtigkeitsschutz verfügen und selbst gut durchgetrocknet sein. Die Errichtung des Gebäudes sollte in den wärmeren Frühlings- und Sommermonaten erfolgen. Damit der Bau auch bei schlechtem Wetter fortgesetzt werden kann, muss das Holzskelett dann während der Bauzeit mit Planen abgedeckt werden. Auch später muss das Material eine regelmäßige Pflege erfahren. Schon kleinere Schäden müssen beseitigt werden, um das Eindringen von Feuchtigkeit und die Entstehung von Schimmel zu verhindern.

Damit sich im Holz keine Insekten einnisten, ist es mit einem Schutzmittel zu versehen. Dies erfolgt meist schon durch das Bauunternehmen.

Der Wiederverkaufswert der Immobilie kann deutlich niedriger ausfallen als bei massiv gemauerten Häusern. Ein Grund dafür ist, dass die Nutzungsdauer bei 60 bis 90 Jahren liegt, während massive Bauten auch über 100 Jahre Bestand haben können. Die dünneren Außenwände bieten unter Umständen einen geringeren Schallschutz.

Bedingt durch die Bauweise und die Wärmedämmung ist auch der Luftaustausch erschwert. Hier ist der Einbau einer Be- und Entlüftungsanlage oder auch das regelmäßige Stoßlüften sinnvoll.

Vorteile dieser Bauweise

Die größten Vorteile liegen in der schnellen Bauzeit und in der variablen Raumgestaltung. So ist ein Holzhaus binnen fünf Tagen errichtet, die Bauzeit bei massiv gemauerten Häusern kann bei mehreren Monaten liegen. Sofort nach der Errichtung kann mit dem Innenausbau begonnen werden. Leerrohre für Stromleitungen und Wasserleitungen wurden bereits im Werk in die Wände eingesetzt und nun vor Ort angeschlossen.

Aufgrund der kürzeren Bauzeit und der Vorfertigung im Werk sinken die Baukosten erheblich. Auch die Doppelbelastungen sinken, da die Miete für die bisher genutzte Wohnung über einen kürzeren Zeitraum aufzubringen ist.

Holz lässt sich zudem variabel gestalten. So ist der Einbau zusätzlicher Schrägen möglich, aber auch die Balken der Decke können sichtbar bleiben, wenn dies vom Bauherrn so gewünscht ist. Weitere Stilelemente sind ebenfalls realisierbar. In Holzständerbauweise errichtete Gebäude eignen sich auch für erdbebengefährdete Gebiete, da sie über eine hohe Standfestigkeit verfügen.

Da Holz Staub bindet, ist diese Bauweise auch für Allergiker ideal. Zugleich zählt das Material zu den nachwachsenden Rohstoffen.

Die Holzständerbauweise kommt sowohl bei Ein- als auch bei Zweifamilienhäusern in Betracht. Für Mehrfamilienhäuser, die unter Umständen mit einem Aufzug versehen werden sollen, ist sie leider nicht geeignet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.