Sand als alternativer Baustoff für Häuser

In Europa wird für den Bau von Häusern in den meisten Fällen Zement respektive Beton verwendet. Dieser besteht aus verschiedenen Materialien, unter anderem Kies. In anderen Regionen der Erde, beispielsweise in Afrika, ist kaum Zement vorhanden oder nicht bezahlbar. Hier greift man deshalb auf Sand zurück. Wie dieser für den Hausbau dort nutzbar gemacht werden kann und wo Sand auch in Europa beim Bau eines Hauses zum Einsatz kommt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

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Unterschiede zwischen Kies, Sand, Schluff und Lehm

Kies, Sand, Schluff, Ton und Lehm unterscheidet sich hauptsächlich durch die Korngröße. Kieskörner besitzen beispielsweise eine Korngröße von 6,3 Zentimetern bis 0,2 Millimetern. Als Sand werden Körner bezeichnet, die einen Durchmesser von mindestens 0,063 Millimeter bis zu 0,2 Millimeter aufweisen. Sind die Körner zwischen 0,0002 und 0,065 Millimeter groß, werden sie als Schluff bezeichnet. Lehm stellt eine Mischung aus Sand, Schluff und Ton dar. Die Korngröße des Tons liegt bei weniger als 0,0002 Millimeter Durchmesser.

Lehm zählt zu den ältesten Baustoffen überhaupt. In vielen historischen Städten Europas können noch Fachwerkhäuser bewundert werden. Hier kommt Lehm bei der Verfüllung der Fachwerkzwischenräume zum Einsatz. In anderen Regionen der Erde werden – vor allem von der ärmeren Bevölkerung – Lehmhütten errichtet, die vor Wind und Wetter Schutz bieten sollen.

Das Baumaterial Lehm

Lehm wird nicht nur zum Ausfüllen von Holzständer- beziehungsweise Fachwerk verwendet, sondern auch in Ziegelform gepresst und gebrannt. Die so hergestellten und getrockneten Ziegel können beispielsweise für die Errichtung oder Sanierung von Backsteinbauten Verwendung finden, sofern hier das Außenmauerwerk ausgebessert werden muss.

Lehm zeichnet sich durch eine sehr gute Wärmespeicherung aus. Im nassen Zustand ist er formbar, im trockenen Zustand fest. Wird dem Lehm Wasser zugesetzt, quillt er auf. Während der Trocknungsphase reduziert sich sein Volumen. Dies muss bei der Errichtung von Lehmbauten, aber auch beim Auftragen von Lehmputzen beachtet werden.

Weitere Bauten aus Sand

In Afrika hat man ein ganz besonderes Verfahren entwickelt, mithilfe von Sand Häuser zu erbauen. Hier verfüllt man das Baumaterial in spezielle Gewebesäcke, die dann entsprechend der gewünschten Form angeordnet werden können. Die so geschichteten Säcke werden innen und außen verputzt und sind deshalb sehr witterungsbeständig. Da genügend Sand als Baumaterial vorhanden und auch die Gewebesäcke in diesen Regionen – beispielsweise für die Lagerung und den Transport von Getreide – genutzt werden, haben die Bewohner so die Möglichkeit, recht kostengünstig Häuser zu errichten. In vielen Fällen unterstützt sie die Dorfgemeinschaft beim Bau dieser meist runden Hausbauten. Informationen über diese Art des Hausbaus finden Sie auf der Webseite von Utopia. Dort können Sie auch einige interessante Fotografien bewundern, die solche Sandhäuser zeigen. Zugleich erhalten Sie weitere interessante Informationen zu diesem Thema.

Vielleicht wagt ja auch in Deutschland der eine oder andere den Versuch, ein solches „Sandhaus“ zu errichten. Natürlich ist dieses als Wohnhaus eher ungeeignet, aber für lauschige Abende mit guten Freunden oder eine kleine Party wäre es doch sicher eine interessante Alternative. Zumal auch hier in Deutschland der Baustoff Sand nicht so kostenintensiv ist.

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